Ein Lehrstück ohne Lehre
Von Max Frisch
ca. 75 Minuten
Nominiert für den “NRW Amateurtheater-Preis 2026” im Rahmen des 2. Amateurtheater-Festivals NRW vom 18. – 21. Juni 2026 in Hürth
Es brennt in der Stadt, immer wieder. Brandstifter gehen um, getarnt als ‚harmlose Hausierer‘ – und ebensolche lassen der gut situierte Gottlieb Biedermann und seine Frau Babette in ihr Haus. Damit steuern sie sehenden Auges auf die Katastrophe zu, denn vor allem Biedermann weigert sich bis zum Ende, die Wahrheit zu sehen. Die ist ja auch „die beste und sicherste Tarnung“, denn die „glaubt niemand.“
Dabei sind es weniger Menschlichkeit und Gutmütigkeit als vielmehr Feigheit und Eitelkeit, die Biedermanns Handeln bestimmen. Er ist kein tragischer Held in einer unvermeidbaren Situation, wir leiden nicht mit ihm, sondern schütteln bei dieser tragikomischen Burleske eher den Kopf, wenn er die Brandstifter, deren Schmeicheleien und Dreistigkeit er nichts entgegenzusetzen hat, schließlich sogar zu seinen Freunden machen will, während sein Dachboden schon voller Benzin ist…
Biedermann, „wissend, wie brennbar die Welt ist“, belügt sich in geradezu grotesker Weise bis zum Schluss selbst. Der Chor, die, wenn auch ungehörte, Stimme des Gewissens, gibt den Hinweis auf eine Kernbotschaft des Stückes: „Viel kann vermeiden Vernunft.“ Und doch stellt sich bei Max Frischs berühmtem „Lehrstück ohne Lehre“ stets nicht nur die Frage, wer die Brandstifter sind, sondern eben auch diejenige, die Biedermann selbst an uns richtet: „Was hätten Sie denn getan? Und wann?“
Mit: Heiko Salmon (Herr Biedermann), Verena Kopocz (Babette, seine Frau), Hans Rodehüser (Schmitz), Lea Krämer (Eisenring)
Regie: Sandra Busch
Dauer: ca. 75 Minuten
Premiere: 05.09.2025
Aufführungsrechte: Suhrkamp Theater Verlag, Berlin
Gefördert von der Bezirksvertretung für den Stadtbezirk VII