Gestaltungselement

Drama, Wahnsinn, Kinderlachen – Theater Hautnah

Spielzeit 2021/2022

Der Theatermacher

Schauspiel von Thomas Bernhard

Ab 16 Jahre

Der trostlose Tanzsaal im Gasthof „Schwarzer Hirsch“ in Utzbach. Über den Türen, die seit Jahren nicht geöffnet wurden, brennt das Notlicht. In dieser „bauwerklichen Hilflosigkeit“ probt der exzentrische und theaterbesessene Staatsschauspieler Bruscon seine Weltkomödie ‚Das Rad der Geschichte‘ – eine „unmissverständliche Geschichtsstandpauke“, deren Höhepunkt und Voraussetzung die absolute Finsternis ist.

Doch die quälende Dummheit der Schauspieltruppe, ein ununterbrochenes Schweinegrunzen und das drohende Gewitter machen die Umsetzung nahezu unmöglich. Und dann ist da noch die bis zuletzt anhaltende Ungewissheit, ob die Feuerwehr die Genehmigung zum unbedingten Abschalten des Notlichtes erteilt. Das Finale gerät – wie nicht anders zu erwarten ist – zu einem Fiasko!

In seiner 1985 uraufgeführten „Künstlerkomödie“ parodiert Thomas Bernhard mit bösem Witz, beissender Ironie und in gewohnt sprachgewaltiger Weise das Theater, die Kulturlosigkeit in der Provinz und das Schauspielerdasein.

Ein Theaterabend, bei dem das Publikum den Akteuren durch die Räume der Studio-Bühne folgt!

Mit: Andreas Gruber, Johannes Brinkmann, Sebastian Hartmann, Ann-Kathrin Hundt, Sandra Mader, Heidi Matten und Kerstin Plewa-Brodam

Regie: Wolfgang Gruber

Kostüme/Ausstattung: Noemi Baumblatt und Carla Friedrich

Dauer: ca. 150 Minuten, eine Pause

Premiere: 26.04.2015

Derniere: 20.02.2016

Gefördert von der ALLBAU-Stiftung.

Eine Produktion im Rahmen des Jubiläums „25 Jahre STUDIO an der Korumhöhe“.

Ein Beitrag der Studio-Bühne im Rahmen der städtischen Veranstaltungsreihe Gegen den Strom – Originale, Exzentriker, Nonkonformisten.

logo_allbaustiftung_1000  GegenDenStrom_Logo_Essen2010ContextThumbnailVariabel

Pressestimmen

„Gespielt wird in Wolfgang Grubers tiefgründiger Inszenierung zwischen Hausflur, Hausbar und Bühne (…) Sein Theatermacher hat in Darsteller Andreas Gruber durchaus ein Bühnen-Scheusal von Format gefunden. Wie dieser selbstbesoffene Menschenschinder und Theater-Despot durchs Haus stolziert, den Mantelsaum braun vom Schlamm der Geschichte, und das „Utzzzzbach“ förmlich in den Saal spuckt, das hat Kraft und langen Atem, sogar einen ziemlich langen (…) Kerstin Plewa-Brodam ist als dauergedemütigte Gattin eine wahrlich furchterregend hüstelnde Bernhard-Traviata. Johannes Brinkmanns Wirt hat die holzgetäfelte Behäbigkeit bis ins Hemden-Muster übernommen. Wo seine Frau (Heidi Matten) feudelt, ist die Ruppigkeit zuhause, während das durchdringende Grau ihrer Tochter (Sandra Mader) schon Thrillerzüge hat. Bruscons Tochter (Ann-Kathrin Hundt) ist ein talentiertes aber freches Ding mit Kaugummi, wobei man kaum glauben mag, dass der Papa diese Flegelei dulden würde, wenn er die Kleine wieder mal mehr als väterlich auf den Schoß zieht. Sebastian Hartmanns Sohnemann ist ein Sonderling im nostalgischen Fliegeroutfit (Kostüme: Noemi Baumblatt). Applaus zur Premiere.“

WAZ

„Auf den Tag genau 25 Jahre vor der Premiere hatte die Studio-Bühne Essen ihr Domizil an der Korumhöhe in Essen-Kray bezogen. (…) Herausragende Inszenierungen gelingen dem ambitionierten Team immer wieder mit ernsthaftem Drama und Literaturtheater. Was also könnte besser zum Jubiläum passen als der Staatsschauspieler Bruscon in Utzbach: Mit dem ‚Theatermacher‘ schenkte sich die Studio-Bühne zum 25jährigen ihre erste Thomas-Bernhard-Inszenierung (…) Die wahre Hauptrolle in Bernhards Stück gehört dem ‚Theatermacher‘ Bruscon. Die übrigen sechs Figuren sind eher Stichwortgeber in einem großen misanthropischen Monolog. Andreas Gruber ist es, der diesen Bruscon spielt – nicht verwandt oder verschwägert mit dem auf den gleichen Hausnamen hörenden Regisseur, aber identisch mit dem jungen Schauspieler, der auf den Tag genau vor 25 Jahren den allerersten Satz auf der nagelneuen Bühne des Hauses an der Korumhöhe sprach. Großartig haben die Kostümbildnerinnen diesen Bruscon ausgestattet: Im zerschlissenen, einstmals eleganten Mantel, den Schal mit künstlerischer Koketterie um den Hals geschlungen und lässig den Spazierstock über den Arm gelegt, gibt Andreas Gruber seiner Figur schon rein optisch die tragische Lächerlichkeit des gescheiterten Künstlers, der, anstatt in Zürich oder Berlin den Mephisto zu spielen, mit seinem eigenen, vermutlich hoffnungslos verstiegenen Werk ‚Das Rad der Geschichte‘ durch Wirtshäuser in der hintersten Provinz tingelt. Gleichzeitig ist der bis zum Erbrechen eitle angebliche Staatsschauspieler ein egozentrischer, narzisstischer Tyrann und radikaler Misanthrop. Selbstverliebt und rücksichtslos würdigt er seine Familie in zutiefst verletzender Form herab. (…) Wolfgang Grubers Inszenierung kitzelt vor allem die komödiantischen Aspekte in Bernhards Stück (und Bruscons typischer Bernhard-Suada) heraus. (…) Erneut hat die Studio-Bühne mit viel Mut und Geschick eine bemerkenswerte Aufführung geschaffen, die man an einem kleinen Amateurtheater nicht vermuten würde.“

theater:pur

Zuschauerstimmen

„Großartig die Leistung des Hauptdarstellers. Schon allein die Textbewältigung nötigt einem den allergrößten Respekt ab, er verkörperte zudem in jeder Sekunde authentisch diese zwischen Größenwahn und Armseligkeit taumelnde Person beklemmend glaubwürdig. Grandios der alle Höhen und Tiefen dieser Existenz symbolisierende wirklich schöne Mantel mit unübersehbarem Schmutz. Alle übrigen Darsteller haben mich in gewohnter Weisehoch erfreut. Was für eine Idee, die Rollen vor Beginn und während der Pause mit irritierender Konsequenz durchzuziehen! (…) Ich kam hoch inspiriert nach Hause, gut gelaunt und hoch erfreut über den schönen Abend. Vielen Dank an alle.”

Ulrike Wilke, Essen

„Vielen Dank für diesen wirklich schönen Abend! (…) Tolle Regie (super Idee mit den verschiedenen Spielorten), tolle Darsteller und der ideale Rahmen für dieses Stück. (…) Herzlichen Glückwunsch zur sehr gelungenen Inszenierung!“

Michaela Sehrbrock, Essen

 

Karten

Abgespielt. Keine weiteren Vorstellungen.

zur Online-Anfrage »

Pressestimmen

„Gespielt wird in Wolfgang Grubers tiefgründiger Inszenierung zwischen Hausflur, Hausbar und Bühne.“

WAZ

„Eine bemerkenswerte Aufführung, die man an einem kleinen Amateurtheater nicht vermuten würde.“

theater pur