Gestaltungselement

Drama, Wahnsinn, Kinderlachen – Theater Hautnah

Spielzeit 2020/2021

Auftrag Abwicklung Sonnenaufgang

Musik-Theater-Projekt anlässlich des Jahresthemas „Schöne Aussichten – Paradiese und Utopien“ des Kulturbüros Essen

Eine Koproduktion der Studio-Bühne Essen und des Aalto-Musiktheaters

Konzeption und Regie: Sascha Krohn, Marijke Malitius; Aalto-Musiktheater

Musikalische Leitung: Christopher Bruckman; Aalto-Musiktheater

Projektkoordination: Kerstin Plewa-Brodam; Studio-Bühne Essen

Das Projekt

Zum vierten Mal haben sich die Freie Szene und städtische Kultureinrichtungen in diesem Jahr unter einem gemeinsamen Thema zusammengefunden. Im Mittelpunkt des diesjährigen Veranstaltungsprogramms “Schöne Aussichten – Paradiese und Utopien” stehen kulturelle und historische Themen, die sich mit dem Wunsch der Gesellschaft nach Gerechtigkeit, nach optimalen Formen des Zusammenlebens, Ästhetik oder auch einfach den Sehnsüchten und Hoffnungen der Menschen befassen. So vielfältig die Gründe für Utopien in der Menschheitsgeschichte waren, so vielfältig beleuchten die Veranstaltungen die kulturellen, gesellschaftlichen und ökologischen Aspekte. Das Jahresprogramm umfasst aktuell Opern, Theaterstücke, Ausstellungen, Lesungen, Vorträge u.v.m..

Die Studio-Bühne Essen und das Aalto-Musiktheater werden in dem Zusammenhang erstmals kooperieren und unter der künstlerischen Leitung von Sascha Krohn (Spielleiter und Regieassistent am Aalto-Musiktheater Essen) und Marijke Malitius (Assistentin am Aalto-Musiktheater) gemeinsam ein szenisches Bühnenwerk realisieren! Die musikalische Leitung übernimmt Christopher Bruckman (Korrepetitor am Aalto-Musiktheater), die Projektkoordination durch die Studio-Bühne Essen verantwortet Kerstin Plewa-Brodam. In dem gemeinsamen Musik-Theater-Projekt

„AUFTRAG ABWICKLUNG SONNENAUFGANG“

sollen sich Schauspieler, Sänger, Musiker und Tänzer, professionelle Künstler und Experten des Alltags, Amateure und Neueinsteiger, Jung und Alt etc. im künstlerischen Miteinander auf Augenhöhe begegnen. Im Zentrum des Abends werden unterschiedliche Texte (u.a. Auszüge aus „Der Auftrag“ von Heiner Müller) stehen, die – mit musikalischen Werken (Liedern, Kantaten, Arien) verknüpft – in atmosphärischen Bildern dem Spannungsfeld von Utopien / Anti-Utopien auf der Bühne nachspüren werden:

„Der Auftrag“ von Heiner Müller

Drei Abgesandte der französischen Regierung – der Sprössling einer Sklavenhalterfamilie, ein Bauer und ein Sklave – sollen die Revolution nach Jamaika tragen. Das Vorhaben scheitert. Am Ende bleiben die Klassenunterschiede unverändert bestehen: Eine düstere Anti-Utopie, die nach den Gründen des Scheiterns fragt. Und danach wärmt man sich am Lagerfeuer des romantischen Liedgesangs oder sitzt reglos-resignierend und singt „Nun will die Sonn so früh aufgeh‘n‘“. Ein anderer versucht, den utopischen Schlussgesang aus „Fidelio“ anzustimmen:  „Wer ein holdes Weib errungen, stimm‘ in unsern Jubel ein, nie wird es zu hoch besungen: Retterin des Gatten sein“.

Und heute? Nach dem Wegbrechen der Industrie und der Durchsetzung des Neoliberalismus sucht man den Ausweg vor allem im Rechtsruck. Scheiterte die Revolution bei Heiner Müller, so finden wir heute kaum eine positive Utopie, unter der sich die Menschen vereinigen können. Revolutionäres Potential ist wenig zu finden. Die Ursachen für das Scheitern waren bereits bei Müller komplex. Heute streckt man schon die Waffen vor dem Versuch, die Probleme der Welt in ihrer Widersprüchlichkeit zu fassen. Scheint eine Person oder Gruppe EINE einfache Antwort (meist in Form eines Schuldigen) gefunden zu haben, stürzt man sich auf dieses Heilsversprechen.

Warum wählen die traditionell links orientierte Arbeiterschicht und die Mittelschicht verstärkt rechte Parteien? Wie stark geht es hier um den Verrat der linken Parteien und deren Hinwendung zum Neoliberalismus? Und wie verhält sich das Musiktheater zu diesen Fragen?

„Lasst uns arbeiten ohne nachzudenken, das ist das einzige Mittel, das Leben erträglich zu machen“ – Aus „Candide“

Produktionszeitraum: Ende April bis Mitte Oktober 2017

Endproben, Premiere Sowie zwei Folgeveranstaltungen: 01.10. bis 15.10.2017 (Stand: 03/2017)

Aufführungsort: Aula der Folkwang Musikschule Essen

Das künstlerische Leitungsteam:

Sascha Krohn studierte in Leipzig und Bologna Kunstgeschichte, Geschichte und Komparatistik. Als Regieassistent arbeitete er beim Musikfestival im Chiemgau, an der Oper Frankfurt und am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Seit der Spielzeit 2013/2014 ist er als Spielleiter und Regieassistent am Aalto-Musiktheater Essen engagiert. Er arbeitete mit Regisseuren, wie Stefan Herheim, Tatjana Gürbaca, David Hermann und Jan Philipp Gloger zusammen.

Am Theater Annaberg zeigte er erste eigene Regiearbeiten, u.a. 2006 „Feuergesicht“ von Marius von Mayenburg und 2008 die Uraufführung seines Stückes „Schule des Grauens“. 2010 inszenierte er beim Festival Annaberg goes Wilde „Das Gespenst von Canterville“ und nahm an der Versionale Leipzig mit „18 Minuten Sommernachtstraum“ teil. 2014 erarbeite er an der Philharmonie Essen mit Dagmar Manzel den szenischen Abend „Fêtes des Plaisirs“. Sein nächstes Regieprojekt ist im Februar 2017 „Queen Edward II./Die Angekommenen“ am Schauspiel Essen.

Marijke Malitius, geboren in Gelsenkirchen, bekam bereits als Kind Unterricht in Ballett, Jazz-, Moderndance, Folkloretanz, Querflöte und Klavier und sammelte erste Erfahrungen als Statistin an verschiedenen Theatern. Schon während der Schulzeit absolvierte sie Praktika an unterschiedlichen Theater in den Bereichen Regie, KBB und in verschiedenen Werkstätten.

Nachdem sie zunächst das Studium der Theater- und Musikwissenschaften und Kunstgeschichte in München aufgenommen hatte, wechselte sie an die HfMT in Hamburg um Musiktheaterregie zu studieren, wo sie unter anderem Seminare von Willy Decker, Philip Himmelmann und Peter Konwitschny besuchte. Noch während des Studiums wurde sie Regieassistentin, Inspizientin und Assistentin des Operndirektors an den städt. Bühnen Osnabrück und wechselte in der folgenden Spielzeit als Assistentin an das Aalto-Theater Essen. Dort arbeitete und arbeitet sie mit Regisseuren wie Hans Neuenfels, Stefan Herheim, Tilman Knabe, Ezio Toffulutti, Johannes Schaaf, Barry Kosky, Dietrich W. Hilsdorf u. a.

„Schöne Aussichten – Paradiese und Utopien“ ist eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der Essener Kultureinrichtungen

Nächste Vorstellungen

Sa‚ 31. Oktober 2020‚ 15:00 Uhr
Premiere
Ausverkauft
Sa‚ 31. Oktober 2020‚ 20:00 Uhr
Zusatztermin
Ausverkauft
So‚ 01. November 2020‚ 15:00 Uhr
Ausverkauft
So‚ 01. November 2020‚ 18:00 Uhr
Ausverkauft
Fr‚ 06. November 2020‚ 20:00 Uhr
Premiere